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#OVGUalumni: In der Selbstständigkeit zuhause

04.04.2018

Josephine Clemens studierte in Magdeburg BWL/Internationales Management und führt nun das Restaurant "Der Hoflieferant" in der Elbestadt. (Foto: Harald Krieg)

Organisieren ist das Ding von Josephine Clemens. Die 35-Jährige ist seit drei Jahren die Geschäftsführerin des Restaurants Hoflieferant in der Magdeburger Innenstadt. Hier hat sie sich alles ein wenig so eingerichtet, wie zu Hause. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie. Das muss sie auch, denn das Restaurant am Fürstenwall ist sozusagen ihr zweites Zuhause, der Tag hier kann schon mal lang werden: „Da sind Termine mit Lieferanten, Gespräche mit Gästen, die reservieren möchten, Veranstaltungsplanungen, viele Telefonate, die Lohnbuchhaltung und wenn viel los ist, arbeite ich im Service mit.“ Ursprünglich kommt Josephine Clemens aus Halberstadt. Von 2002 bis 2008 hat sie Betriebswirtschaftslehre/ Internationales Management auf Diplom an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg studiert. „Nach dem Abi wollte ich etwas mit Mathe und Englisch machen – und im Weitesten habe ich das auch. Es war ein Studium auf Deutsch und Englisch – die Englischkurse waren verpflichtend, das brachte schon etwas Internationalität mit sich.

Auch wenn sie froh war, für das Studium nicht weit weg ziehen zu müssen, die Welt wollte sie dennoch sehen. Während ihres Studiums war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts in Australien und hat dort an einer Partneruniversität studiert. „Das war im Grunde genau das, was ich machen wollte. Ich wollte mal raus, etwas anderes machen, etwas anderes sehen. Wenn man schon Internationales Management studiert, dann sollte man auch einmal woanders gewesen sein, um zu schauen, wie es andere machen.“ Nach dem Studium hat Josephine Clemens sechs Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft in der Forschung und Lehre gearbeitet. „Ich habe dort zum Thema Kontraktdesign in Lieferketten geforscht. Nach den sechs Jahren war ich mit meiner Promotionsarbeit noch nicht ganz fertig und wollte sie in den Wochen danach fertig schreiben. Aber dann kam mein Restaurant dazwischen und ich habe nebenbei daran weitergearbeitet. Inzwischen bin ich kurz davor, die Arbeit einzureichen“, sagt sie.

Bei der besonderen Ausstattung und Gestaltung vom Restaurant, fühlt sich Josephine Clemens auch ein Stück weit wie Zuhause. (Foto: Harald Krieg)

Heute ist Josephine Clemens selbstständig, in einem ganz anderen Bereich, im Gegensatz zu ihrer Forschung. Ihr eigentlicher Plan war, nach dem Abschluss erstmal in die Wirtschaft zu gehen und im Bereich Logistik zu arbeiten. Zwei Wochen nach ihrem letzten Arbeitstag an der Uni hat sich die Gelegenheit ergeben, das Restaurant zu übernehmen. Und die Gelegenheit hat Josephine Clemens ergriffen und nie bereut: „Ich liebe die Arbeit im Restaurant. Als Unternehmerin kommt mir mein betriebswirtschaftliches Studium sehr zu Gute. Ich bin keine Restaurantfachfrau oder Köchin, sondern ich führe das Unternehmen mit meinen zehn Mitarbeitern. Es ist auch viel Logistik, viel Organisation und Planung, auch da hilft mir die Erfahrung aus dem Studium.“

Für ihr Studium nach Magdeburg gekommen zu sein, und danach hierzubleiben, hat Josephine Clemens nicht bereut. „Ich mag Magdeburg, schon weil es im weitesten Sinne meine Heimat ist, Halberstadt ist nicht so weit weg“, erzählt Josephine Clemens. Die Stadt sei nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Die Infrastruktur sei gut, man komme mit dem Studententicket schnell von einem Ende zum anderen. „Gerade das Leben als Studentin war sehr angenehm. Man konnte sich alles leisten, die Mieten sind bezahlbar. Das Umfeld fand ich schon immer sehr schön. Ich mag, dass der Campus sehr zentral ist, es ist alles auf einem Haufen, in der Innenstadt. Man kann auf und um den Campus viel Zeit verbringen, direkt daneben ist der Nordpark, da haben wir immer gegrillt. Es gibt eine schöne Kneipenszene und viele Bars, die sich auch auf das studentische Publikum eingestellt haben. Magdeburg ist lebenswert, mit dem Fluss und den vielen grünen Ecken“, sagt Josephine Clemens.