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#OVGUalumni: Ein kleiner Teil eines riesigen Projektes

08.05.2018

Robert Gerz ist ein Puzzlestück von einem großen Projekt. In einer Werft in Rostock baut er mit an dem größten Passagierschiff der Welt. (Foto: Friederike Steemann)

Von der Elbe an die Ostsee: Robert Gerz hat nach seinem Studium an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (OVGU) seinen Traumjob in Rostock gefunden. Der 29-Jährige wurde in Kasachstan geboren, seine Mutter ist gebürtige Deutsche, sein Vater Russe. Im Jahr 2000 kam der damals 12-Jährige nach Deutschland und verbrachte seine Jugend in Quedlinburg. Nach dem Abitur studierte er an der OVGU im Bachelor und Master Wirtschaftsingenieur Maschinenbau. „Meine Welt ist hier“, sagt Robert Gerz, auch wenn seine Familie väterlicherseits immer noch in Kasachstan lebt.

Seit dem 1. August 2017 arbeitet Gerz als Planungsingenieur bei den MV-Werften am Standort Rostock. Mit seiner Arbeit leistet er einen kleinen Teil zu einem riesigen Projekt: dem Bau eines der größten Passagierschiffe der Welt. Auf den Job kam Gerz durch einen ehemaligen Kommilitonen, der selbst Wirtschaftsingenieur Logistik an der OVGU studiert hat. „Wir sind seit dem Studium befreundet und sehen uns heute noch oft, auch wenn er am Standort Wismar arbeitet.“

Sein Abitur absolvierte Robert Gerz an einem Fachgymnasium mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, daher lag für ihn ein Studium in diese Richtung nahe. „BWL allein war mir persönlich zu theoretisch“, sagt er. Eines seiner Pflichtpraktika absolvierte Robert Gerz bei einem Unternehmen für Laserschneidmaschinen in Magdeburg, woraufhin sich sein Interesse für Fertigungstechnologien verfestigte. Auf der Suche nach einem Masterarbeitsthema wollte er eigentlich bei der Thematik „Trennen“ bleiben. Einer seiner Professoren hielt ihn jedoch dazu an, sein Wissen als Ingenieur zu erweitern und sich mit anderen Bereichen, wie dem „Fügen“, zu beschäftigen. Diesen Ratschlag nahm sich Gerz zu Herzen und schrieb seine Masterarbeit zum Thema Hochleistungsschweißstromquellen am Institut für Werkstoff- und Fügetechnik. „Für meine Stelle hier ist das von großem Vorteil, denn in der Werft wird natürlich sehr viel geschweißt“, sagt er.

An seinem Beruf mag Gerz besonders die Verbindung zwischen Büro und Produktion. „Ich bin für den Großsektionsbau zuständig. Wenn die Produktion der Schiffe soweit ist, werde ich es mir nicht nehmen lassen, auch mal in die Halle zu gehen und zu schauen, wie die Verteilung der Aufgaben, die ich hier am Computer geplant habe, in der Praxis umgesetzt wird“, unterstreicht er. Für jedes Schiff gibt es fest kalkulierte Termine, wie zum Beispiel für den Brennbeginn, die Kiellegung sowie die Taufe. Robert Gerz Aufgabe ist es, die bis dahin benötigte Arbeit aus seinem Bereich so einzuplanen, dass die vereinbarten Termine eingehalten werden können. Das beinhaltet viele Kalkulationen – der Ingenieur ist dafür verantwortlich zu koordinieren, dass dem Arbeiter in der Produktion einerseits eine Aufgabe zugeteilt wird, andererseits muss dieser auch alle Mittel vor Ort vorfinden, um die geplante Arbeit auszuführen.

Von der Universität Magdeburg habe er stets Unterstützung erfahren, indem seine Dozenten bei der Betreuung seiner wissenschaftlichen Arbeiten sehr engagiert waren und ihn „immer in eine richtige Richtung geleitet haben“, berichtet er. Magdeburg als Studentenstadt findet Robert Gerz vor allem toll, weil hier alle Fakultäten fußläufig erreichbar sind. „Ich hatte mein Studentenwohnheim direkt an der Bibliothek und am Hörsaal eins. Ich musste morgens nur einmal über die Straße, dann war ich schon in der Vorlesung. Das war super“, schmunzelt er.

Sein Tipp für künftige Ingenieursstudierenden: Lasst euch zu Beginn des Studiums nicht stressen! „Ich hatte anfangs immer das Gefühl, ich verpasse etwas. Nach dem ersten Semester hat sich das entspannt. Dann wusste ich, wie das Studentendasein funktioniert“, erzählt Robert Gerz.