Lego trifft Elektrotechnik

Lego wird nie alt! An der Universität Magdeburg nutzt die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Lego zum nachbauen von Modellen, welche in Forschung und Lehre eingesetzt werden.

13 – 18 Uhr | Hauptcampus| Gebäude 09 Foyer

Lego ist nicht nur etwas für Kinder, an der Uni wird mit den kleinen Bausteinen wissenschaftlich gearbeitet. Das Lego-Praktikum der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik ist seit Jahren sehr beliebt. Was sich dahinter verbirgt erklärt Marcus Schmidt vom Lehrstuhl für Medizintechnische Systeme im Interview. Natürlich kann zum campusdateLIVE selbst Hand angelegt werden.


Stellen Sie sich doch bitte kurz vor:

Mein Name ist Marcus Schmidt und ich war seit November 2013 bis März 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medizinische Telematik und Medizintechnik von Prof. Rose. Aktuell bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medizintechnische Systeme von Prof. Hoeschen tätig.

 

Worum geht es beim Lego-Praktikum?

Meine Kollegen und ich bringen den Studierenden die Grundlagen mit der Programmierumgebung MATLAB sowie die Verknüpfung von MATLAB mit dem LEGO NXT bei. Die Studierenden sollen ein selbst gewähltes Projekt bearbeiten. Es sollen Alltagsprobleme oder Probleme aus der Industrie aufgegriffen, dann eigene Lösungen in Form eines LEGO-Roboters überlegt und umgesetzt werden. Dabei Lernen die Studierenden neben dem Umgang mit der Programmierumgebung MATLAB auch Entwickeln und Umsetzen von Lösungsstrategien für bestimmte ingenieurwissenschaftliche Probleme. Das Gesamtergebnis aber bereits auch die Teilergebnisse werden im Projektrahmen immer wieder präsentiert, um den Studierenden die Angst davor zu nehmen und das Präsentieren immer wieder zu üben. Dabei erhalten sie immer wieder Hinweise und Tipps, um sich ständig zu verbessern. Abschließend fassen die Studierenden ihr Projekt in Form einer 4-seitigen Publikation zusammen, um sich darin zu üben bestimmte Zusammenhänge kurz und prägnant darzustellen.

Wer hatte die Idee zum Lego-Praktikum und warum wurde das Projekt ins Leben gerufen?

Die Idee für dieses Praktikum hatte Prof. Rose in Anlehnung an ein bereits an der RWTH Aachen stattfindendes Praktikum. Dort wurde bereits gezeigt, dass Programmierkenntnisse in MATLAB durch das Bearbeiten eines Projektes mit LEGO verbessert werden können, insbesondere aber die Motivation, sich  intensiv mit ingenieurwissenschaftlichen Aufgaben zu beschäftigen deutlich gesteigert werden kann. In Zusammenarbeit mit Dr. Mathias Magdowski (Lehrstuhl für Elektromagnetische Verträglichkeit), als einen der Betreuer des Praktikums, haben wir das Praktikum erweitert. Als zusätzliches Element vermitteln wir den Studierenden die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Spätestens bei der Bachelorarbeit ist dies von großem Wert, da diese Kenntnisse nicht neu erworben werden müssen.

Wieso eignen sich die Spiel-Bausteine besonders gut für die Elektro-/Informationstechnik?

LEGO ist ein sehr intelligentes und vielseitiges Spielzeug mit dem es möglich ist, nahezu alles zu konstruieren. So können bestimmte technische Dinge sehr genau in Aussehen und Funktion nachgebildet werden. So können beispielsweise selbstfahrende Autos, Kräne, Plotter, Scanner uva. sehr genau nachgebildet werden. Durch die komfortablen und mächtigen Ansteuerungsmöglichkeiten über MATLAB gelingt es in relativ kurzer Zeit umfangreiche Projekte zu realisieren. Außerdem hat fast jeder schon einmal mit LEGO etwas gebaut oder zumindest damit zu tun gehabt. Durch die positiven Assoziationen mit LEGO gelingt es meist leichter ein Projekt zu entwickeln und umzusetzen sowie die Schwierigkeiten des Programmierens zu überwinden.

Welche Besonderheiten gibt es beim Arbeiten mit Lego?

Diese Frage ist für jemanden mit sehr viel LEGO-Bauerfahrung nicht leicht zu beantworten. Es gibt viele verschiedene Bauteile, die es zu kombinieren gilt und mit dessen Hilfe unzählige Funktionen realisiert werden können. Die richtige Kombination der LEGO-Teile für die gesuchte Funktion zu finden, ist auf Grund der Vielzahl an verschiedenen LEGO-Teilen nicht immer einfach. Hat man die richtigen Teile einmal zusammengefügt, lassen sich komplexe Funktionen anschaulich darstellen.

Was können die Besucher beim campusdateLIVE am Stand der Elektro-/Informationstechnik erleben?

Die Besucher, aber vor allem die interessierten Schüler und zukünftigen Studenten, können drei Projekte des Praktikums live erleben und selbst ausprobieren. Zusätzlich können LEGO Roboter selbst via Bluetooth per Handy oder an einem Touchmonitor gesteuert werden. Interessierten ist es dann auch möglich zusätzliche Funktionen live zu implementieren.

Welche außergewöhnlichen Projekte wurden bereits beim Lego-Praktikum verwirklicht?

  • Eiermaler (Egg-O-Bot)
  • Schallplattenspieler
  • Obladenbedrucker (mit Nutella)
  • Brückenlegefahrzeug

Welche Modelle werden beim campusdateLIVE zu sehen sein?

  • Delta-Roboter
  • Cube-Solver
  • Automatisches Abwehrsystem

Was ist das Ziel des Lego-Praktikums?

Ziel des LEGO-Praktikums ist es den Studierenden des Bachelorstudiengangs Elektro- und Informationstechnik sowie den Studiengängen Wirtschaftingenieurwesen mit der Vertiefung Elektrotechnik und dem Studiengang Mechatronik zuerst die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens sowie des Aufbereitens und Präsentierens von wissenschaftlichen Sachverhalten zu vermitteln.

Warum lohnt es sich beim campusdateLIVE bei euch vorbeizuschauen?

Wir bieten interaktive und spannende Projekte zum Anfassen und Ausprobieren. Wir haben festgestellt, dass es den Schülern und angehenden Studierenden leichter fällt mit den Standbetreuern ins Gespräch zu kommen und auch Fragen zum künftigen Studium loszuwerden, wenn man ein einsteigendes Gesprächsthema wie LEGO hat.

Weitere Informationen sind hier zu finden.